Die Nachfrage nach kleinen, bezahlbaren Wohnungen auf dem Land ist groß. Das hat auch Folgen für junge Menschen am Start ihres Berufslebens, denn wer einen Ausbildungsplatz gefunden hat, für den ergibt sich mitunter eine weitere Herausforderung. „Viele Azubis sind noch nicht volljährig und haben demzufolge auch keinen Führerschein“, erklärt der Bürgermeister. „Wenn sich der Traumausbildungsplatz dann nicht in der Nähe des Zuhauses befindet und man auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, wird es kompliziert – vor allem dann, wenn die Fahrpläne nicht zu Arbeitsbeginn und Feierabend passen. „Im schlimmsten Fall wird eine Ausbildung dann abgebrochen oder ein Arbeitsvertrag erst gar nicht unterzeichnet. Dieses Problem ist in der Vergangenheit regelmäßig von Handwerksbetrieben aus dem Dorf und dem Umland an Raoul Pählich herangetragen worden. Jetzt hat die Gemeinde die Möglichkeit, an dieser Situation etwas zu ändern. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir an dieser Stelle unterstützen können“, betont Raoul Pählich. „Wer eine Ausbildung machen möchte, der sollte diesem Wunsch auch ortsunabhängig nachgehen können.“
Bereits bei den ersten Überlegungen der Gemeindevertretung zum Kauf des Osterkrugs hatte man über die Nutzung der Hotelzimmer im Nebengebäude nachgedacht. Die Nutzung im Rahmen des Hotelbetriebs war eingestellt worden, weil sie sich allein schon wegen des hohen Personalaufwands wirtschaftlich nicht lohnen würde. „Es gefällt mir ausgesprochen gut, dass wir nun für das leerstehende Nebengebäude eine sinnvolle Nutzung gefunden haben.“
Sönke Schirrmacher wird in den nächsten Wochen die Renovierung beaufsichtigen. „Ich finde die Idee richtig gut. So etwas fehlte hier wirklich.“ Der Bautechniker wird in einem ersten Schritt Angebote für die verschiedenen Maßnahmen und die Pantry-Küchen einholen. Im Sommer sollte dann alles fertig sein. Die Höhe der Miete wird aktuell noch kalkuliert. „Uns ist wichtig, sie so günstig wie möglich anzubieten“, ergänzt Raoul Pählich. Überlegt wird auch, ob die rund 25 Quadratmeter großen Appartements möbliert vermietet werden sollen oder nicht. „Da werden wir uns noch einmal umhören, wie der mögliche Bedarf aussieht“, ergänzt er. Sobald die Renovierungen abgeschlossen sind, kann die Vermietung beginnen. Dann heißt es, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Und wer bereits jetzt Interesse hat, darf sich gerne melden – am besten über den Ausbildungsbetrieb.“